Verwachsen

Verwachsen

Manchmal überkommt mich das Gefühl, als würden sich zahlreiche Ranken um meine Füße schlingen. Mit ihren Wurzeln ketten sie sich an mir fest und ziehen den Knoten zu. Ich habe viele Pläne, Wünsche und Hoffnungen. Dennoch bekomme ich Dämpfer verpasst, die mich zwingen, langsam und schrittweise vorzugehen. Wahrscheinlich ist es sogar besser, nichts zu überstürzen. Doch, die Ungeduld …

Geduld lernen

Wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe, dann ist es Geduld. Denke ich zumindest häufig. Trotzallem merke ich oft genug, das dies nicht der Fall ist. Die Ungeduld überfällt mich. Ich kann mich nicht bremsen und würde am liebsten alles sofort tun, haben und umsetzen wollen. Im Moment betrifft das Gefühl vor allem zwei Bereiche: Meine Gesundheit und das Schreiben. Aber ich stecke fest. Beide Aspekte sind so eng ineinander verzahnt, dass sie sich gegenseitig bedingen. Fehlt mir die Konzentration oder halten Schmerzen meine Aufmerksamkeit gefesselt, komme ich nicht dazu, meine Kreativität wachzurufen. Andersherum setze ich mich leicht unter Druck und peitsche mich zu Taten, die sich negativ auf mein Wohlbefinden auswirken. Schreibe ich aber nicht, lasse meine Welten ruhen, werde ich unruhig und unzufrieden.

Ein Teufelskreis? Sicherlich. In den letzten Tagen habe ich für mich erkannt, dass viele Teile meines Lebens eng miteinander verbunden sind. So wie sich eine Ackerwinde um andere Pflanzen wickelt, so winden sich das Schreiben, meine Gesundheit und weitere Facetten umeinander. Alles zusammen bin ich. Dennoch schiebe ich häufig einzelne Teilbereiche zur Seite. Versuche sie zu ignorieren.

  • Mir geht es nicht gut. – „Macht nichts. Du kannst immer noch … [ergänzen mit diversen Tätigkeiten]“.
  • Ich habe keine Lust. – „Na und? So wirst du nie deine Ziele erreichen. Also auf ans Werk!“
  • Ruhe? Davon komme ich nicht weiter. – „Stimmt genau! Tue lieber etwas und sieh zu, deine Träume zu verwirklichen.“

Herrliche Gedanken. Druck und Stress sind da vorprogrammiert. Ebenso die Ungeduld. Schneller, höher, weiter geht nicht? Raff dich auf, alles ist möglich. Sagen doch auch immer wieder andere. „Nur die Einstellung zählt.“ – Klar. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Einstellung entscheidend ist, aber es kann zu einem Spiel mit dem Feuer werden.

Wheeeeee – das Karussell dreht sich

Ich kann, ich will und überhaupt …! Mir geht alles zu langsam. Warten. Achtsam sein, neu orientieren. Definitiv wichtige Aspekte. Genauso positiv Denken und auf die Zukunft vertrauen. Für mich Gedankengänge und Gefühle, die tief in mir verwurzelt sind. Trotzdem gibt es Tage, an denen ich schwarz sehe. Plötzlich wird die Welt um mich herum dunkel. Die Ackerwinden zerren an mir und ich fühle mich, als würde mich jeder neue Gedanke in eine andere Richtung treiben. Bis das Karussell stoppt und ich resigniert in die Dunkelheit stürze.

Kein Zustand, in dem ich es lange aushalte. Ich hasse nichts mehr, als untätig zu sein. Die Ruhe und Stille der Schwärze sind zwar angenehm. Auch mag ich es, mich fallen zu lassen. Doch sehne ich mich schnell nach Aktivität. Nach dem Licht und den Blüten in meinem Garten. Also winde und drehe ich mich, schüttel die Ranken ab, die mich in die Tiefe ziehen. Unbekannte Wege erwarten mich. Herausforderungen und Ideen.

Verwachsen
Verwachsen. Eng umflochten: Ackerwinde und Gräser

… und dann werfe ich einen Blick auf die Pflanzen in meinem Garten. Die Ackerwinde hat Gräser und Halme miteinander verflochten. Zwingt sie zusammen und bringt mich dazu, über mein Leben nachzudenken. Wer bin ich? Wohin will ich gehen? Wie erreiche ich meine Ziele? Wo sollte ich warten und nichts überstürzen?

Wurzeln schlagen

Spüren, wo ich sicher verankert bin.“ Vermutlich ist das zur Zeit die Antwort auf die meisten meiner Fragen. Wo liegen meine Grenzen? Wo stehe ich auf beiden Beinen und wo kann ich über mich hinauswachsen? Es ist alles andere als einfach. Dennoch gefällt mir der Gedanke, dass ich mit Geduld und Achtsamkeit herausfinden kann, wie Ackerwinden und andere Ranken sich um mich geschlungen haben. Sie verwurzeln mich, zurren mein Leben zusammen. Manchmal sind die Fesseln zu eng, aber im Normalfall helfen sie mir, meine Grenzen zu erkennen.

Gefühl von Grenze darf nicht heißen: hier bist du zu Ende, sondern: hier hast du noch zu wachsen.
Emil Gött

Ich mag das Zitat von Emil Gött. Mittlerweile hat es sich in meinen Verstand eingegraben. Für mich sind Grenzen ein Hilfsmittel geworden, um über mich selbst hinauszuwachsen. Ich lerne, meine Beschränkungen zu erkennen und dann mein Leben entsprechend zu gestalten. Ich bin niemand, der sagt: Da stecke ich fest und komme nicht weiter. Nein, wenn ich merke, dass ich stehen bleibe und die Knoten sich um mich zuziehen, dann suche ich nach Möglichkeiten. Manchmal genügt es, einen Schritt zurückzugehen, damit ich eine alternative Richtung einschlagen kann. Ein anderes Mal hilft es abzuwarten und mit Geduld den Hindernissen zu begegnen. Bei anderweitigen Blockaden ist Kreativität gefragt. Aber egal was ich tue, ich merke, dass Achtsamkeit und Ruhe die wertvollsten Schlüssel für mich sind. Ohne kann ich weder meine Kreativität noch andere meiner Fähigkeiten entfesseln.

Meine Ziele kenne ich. Ebenso meine Wünsche und Träume. Es ist also an der Zeit, meine Wurzeln in die Erde zu treiben. Jetzt sind sie noch nicht stark genug, aber mit ausreichend Geduld werde ich es als Autorin schaffen. Auch meine Gesundheit bekomme ich in den Griff. Es dauert und ich brauche Zeit. Doch aufgeben und mich von Ranken oder anderen Widrigkeiten fesseln lassen, kommt für mich nicht in Frage.

Wie sieht es mit dir aus?

Übst du dich in Geduld, wenn dir das Leben einen Dämpfer verpasst und du deine Ziele nicht so schnell erreichen kannst, wie du möchtest? Weißt du, wie du deine Wünsche erblühen lässt, tust es aber trotzdem nicht? Warum?

Meine Lesung

Autorentag 2016 – meine Eindrücke

Gestern vor einer Woche habe ich mich in die Öffentlichkeit getraut. Zum ersten Mal las ich aus Band 1 meiner Inseln der Träume. Es war ein interessantes Gefühl und ich habe viele spannende Eindrücke für mich mitgenommen. Sowohl vom Autorentag am Tankumsee selbst, als auch von der Lesung. Ich könnte darüber berichten, wer was wie gelesen hat. Aber das bin nicht ich. Außerdem haben andere Teilnehmer bereits mehrere solcher Beiträge verfasst (Linkliste am Ende). Für mich sind meine persönlichen Erfahrungen und was ich aus dem Tag mitgenommen habe im Augenblick das, was ich teilen möchte. Lass dich von mir entführen in meinen Tag und tauch ein in eine Welt aus Büchern, spannenden Persönlichkeiten, einer beinahe unerträglichen Hitze und leckerem Kuchen.

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Die Inseln der Träume

Die Inseln der Träume – Lichtträgerin

Wie versprochen möchte ich heute den Roman vorstellen, aus dem ich am Sonntag, den 28.08.2016 gegen 15 Uhr, beim Autorentag lesen werde. Auch dich lade ich herzlich dazu ein. Der Eintritt ist kostenlos und wir alle freuen uns über viele Besucher.

Ein kurzer Ausschnitt zu Beginn:

Am Anfang war ein Traum. Ein Traum von einer Weite aus tausenden von Sternen, unberührt von jeglichem Leben. Licht und Farben wirbelten umher. Gaben der Dunkelheit einen neuen Sinn und formten die Grundsätze der Ewigkeit.
Und die Träumer sahen, dass es Zeit war. Jeder von ihnen schuf einen neuen Traum, verband ihn mit den anderen. Brücken entstanden zwischen den Sternen. So vereinigten sie Zeit und Raum. Kein Stern blieb unberührt, auch wenn er noch so weit entfernt lag.
Bald schon reisten die Träumer auf den Brücken umher und beobachteten das Schauspiel von Licht und Farben.
Doch nach einiger Zeit langweilte es sie. Jeder von ihnen spürte, dass etwas fehlte. Deshalb begannen sie wieder zu Träumen.
Manche träumten Land, andere Wasser. Luft wurde geschaffen und Resonanzinseln für die Träume. Die Träumer betrachteten wieder ihre Schöpfung und erfreuten sich an dem Schauspiel von Licht und Schatten.
Laura Kier: „Die Inseln der Träume – Lichtträgerin“ aus Kapitel 3

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beideBroschueren

Der Autorentag 2016 kann kommen …

Nun kann der Autorentag 2016 wirklich kommen. Ich habe zwar noch ein paar Vorbereitungen zu treffen, aber das sollte ich wohl bis Sonntag schaffen. Zum einen will ich nochmal meinen Text probelesen (immerhin weiß ich mittlerweile, aus welchem Werk ich lese) und zum anderen möchte ich meinen Roman noch hier vorstellen. Außerdem sollte ich raussuchen, was ich anziehe, da es 34°C (!) werden sollen.

Heute hat mir der Postbote auch endlich das Päckchen gebracht, auf das ich schon sehr hibbelig gewartet habe. Erstaunlich früh (gegen 15 Uhr, statt sonst gegen 17 Uhr) kam es bei mir an. Natürlich musste ich es direkt auspacken. Sehr gut eingepackt, rutschsicher und stabil war mein erster Eindruck. Na, errätst du, was drin ist?
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Wachstum

Gemeinsam wachsen

Wenn ich so meinen Garten betrachte, sehe ich um mich herum die unterschiedlichsten Pflanzen und Tiere. Herrlich große Nachtkerzen, die am Abend ihre gelben Blüten öffnen, zierliche Mohnsprösslinge, die bald zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre roten Köpfe der Sonne entgegenrecken. Schmetterlinge, Hummeln, Schnecken und Ameisen finden einen reich gedeckten Tisch, ziehen Nachkommen groß, helfen Pflanzen bei der Verbreitung ihrer Samen.

Und ich? Wie passe ich in dieses Bild der Wunder? Natur, Wachstum und zahlreiche Möglichkeiten liegen vor mir. Aber wo ist mein Platz im Kreislauf der Veränderung?

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Schreibmeilensteine

Mein Schreiben: Blick in die Vergangenheit

Auf was habe ich mich da bloß eingelassen? *zitter* *hibbel* *angst* Meine erste Lesung.

Also gut. Ich will mich endlich an die Öffentlichkeit trauen und nicht mehr nur für mich schreiben. Am 28.08.2016, heute in zwei Wochen, ist es so weit. Ich werde beim Autorentag am Tankumsee aus meinem Fantasy-Roman  Die Inseln der Träume“ (Pitch zu meinen Inseln) lesen. Für mich ein weiterer Meilenstein in meiner Schreibentwicklung. Deshalb möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, zurückzusehen.

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Liebster Blog

Liebster Blog? Wirklich?

Gestern habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich in meinem Reader die Blogbeiträge von meinen Lieblingsblogs durchgelesen habe. Da wurde mir tatsächlich von Judi Blue der „liebster Blog Award“ verliehen. Ich stehe nicht auf solche „Kettenbriefe„, trotzdem habe ich mich darüber gefreut, weil ich ihren Blog sehr zu schätzen weiß. Laut den Regeln des Awards sollte ich nun einige Fragen beantworten und dann meinerseits Blogger nominieren. Kurz: nicht mein Ding. Aber mir gefällt die Idee „liebster Blog“. Warum also nicht den Titel nehmen und tatsächlich über meine liebsten Blogs schreiben?
Außerdem möchte ich dir verraten, warum ich blogge und wie sehr ich mich über Kommentare und Likes von dir freue.

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Marienkaefer

Flieg, kleiner Käfer

Frisch aus der Puppe geschlüpft, wartet der Marienkäfer auf seinen ersten Flug. Noch müssen die Flügel trocknen, aber er macht bereits Pläne, was er alles erleben möchte. Als Larve träumte er von den bunten Blumen, die in der Ferne schillerten. Jetzt kann er hinfliegen und sie aus der Nähe bewundern. Vieles wird plötzlich möglich. Träume können sich erfüllen. – Aber was ist, wenn der Wind den Marienkäfer in andere Richtungen treibt? Wenn plötzlich die eigenen Pläne und Wünsche nicht mehr glänzend und erstrebenswert erscheinen? Oder sie ganz einfach in Vergessenheit geraten, weil anderes wichtiger sein soll?

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Heidelbeeren

Die Magie des Heidelbeerstrauchs

Seit meiner Geburt wächst in meinem Garten ein Heidelbeerstrauch. Mit den Jahren wurde er größer und stärker. Konnte viele Früchte tragen, die mir Kraft für den Tag gaben. Durch meine Erkrankung ist er aber nicht mehr kräftig und voller Äste, wie bei gesunden Menschen. Vielmehr wachsen nur noch wenige Beeren jede Nacht, mit denen ich gut haushalten muss.

Ehe ich dir erkläre, wie die Magie meines Heidelbeerstrauchs funktioniert, möchte ich einen Exkurs zu meiner Erkrankung wagen.

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Krähe

Gedankenkrähen

„Krah! Krah!“, dringt es durch die Luft. Die Schreie von unzähligen Krähen hallen in meinem Kopf wieder. Krähen, die sich festkrallen, wild durcheinander plappern und immer wieder auffliegen. Keine Chance zur Ruhe zu kommen. Aber ich muss schlafen, mich ausruhen. Ich möchte gelassener sein, nicht ständig flatternde Gedanken in meinem Kopf haben.

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